Ingo Heckwolf – In der Sonne

Der Blick,
mit geschlossenen Augen
in das Licht,
hinausziehend
und zugleich
hereinströmend,
er ist,
wie eine wundervolle Vorahnung.
Warm, erregt,
konzentriert, fokussiert,
nur nicht auf das,
was ohne Gebet,
gerne als Realität benannt wird.
Berührung, Schweiß, Gefühl
und all das ohne Eintrittsgeld.
Emotionslust, Gänsehautabhängigkeit
in einer nach Liebe süchtigen Welt.
Der Rauch steigt auf,
wie süße Luft dem Grab,
alles wieder offen.
Der Wahnsinn an der Türe schellt,
doch wir sind heut nicht anzutreffen.
Violinenwolken streichen durch das Bild,
die Zinnsoldaten rücken näher – doch halt!
Es ist ja nicht die Sonne die versinkt,
nur das was wir uns von der Nacht versprechen.
Ein Wind,
die Küchentüre knallt,
die Schwalben ziehen schon wieder.
Auch ich hoffe
ich werde hier nicht alt,
doch noch putz ich mein Gefieder,
schreib Liebesbriefe ohne Namen,
liege mit Gras im Kopf
am Waldesrand
und erfinde neue Sternenbilder.
Daran denke ich gerne,
wenn die Sonne prahlt
und ich mich in ihrem Schein verliere.
Hab keine Angst,
auch diese Nacht wird nicht so kalt,
als dass man an Einsamkeit erfriere.
Halt dir einfach selbst die Hand,
tue dir noch etwas Schönes an,
niemand kann es dir verbieten,
dann schließ die Augen,
denk an das Licht
und lass dich lieben.

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